Die Gertraudenbrücke

Bild des Gertraudenstandbilds mit freundlicher Genehmigung von Christina Kautz

Aktuell

Virtuelles Gertrauden-Meeting
für bessere Brücken

per Zoom
Mittwoch, 17. März 2021
16:30 – 18:00 Uhr



Bitte nehmen Sie am Computer oder Smartphone teil, damit wir die Hygienebedingungen für die Live-Übertragung von der Gertraudenbrücke sicherstellen können! Einwahldaten im folgenden Text.

Collage mit freundlicher Genehmigung von Lutz Mauersberger

Einige der Initiativen für einen besseren Mühlendamm nehmen den Tag der heiligen Getraude zum Anlass, sich für bessere Brücken in Berlin einzusetzen.
Besser in Bezug auf die Vorbereitung und Planung.
Besser in Bezug auf die urbanen Herausforderungen, vor denen besonders die Berliner Stadtmitte steht.
Besser in Bezug auf die Einbeziehung der Zivilgesellschaft mit ihrem Fach- und Alltagswissen in Planungs- und Entscheidungsprozesse.

Damit soll ein Kontrapunkt gesetzt werden zur üblichen, in der Pandemie weiter ausgedünnten Beteiligungspraxis der Berliner Senatsverwaltungen zur Entwicklung der Berliner Mitte. Ein kleiner Teil der Veranstaltung wird von der Gertraudenbrücke ins Netz übertragen. Dort kommen unter anderem Zeitzeugen mit ganz unterschiedlichen Aspekten zu Wort und es werden Fragen der Medien beantwortet.

Die Veranstaltung ist auch Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen in einem ähnlichen Format zum vielfältigen Thema Mobilität und Stadtentwicklung, die in monatlichem Rhythmus stattfinden soll.

Wie können Sie am Meeting teilnehmen?
Installieren Sie den ZOOM-Client von der Zoom-Webseite https://zoom.us/download#client_4meeting [Link öffnet in neuem Fenster]

Starten Sie den Zoom-Client und geben Sie die folgende Meeting-ID ein: 966 8890 2118 Kenncode: 473500


Alternativ können Sie auch über Ihren Internetbrowser beitreten, indem Sie die Internetseite https://zoom.us/join [Link öffnet in neuem Fenster] aufrufen und dort die Meeting-ID 966 8890 2118 eingeben, dann ihren Namen und auf der sich dann öffnenden Seite den Kenncode 473500.

Wir bitten darum, mit Ihrem wirklichen Namen beizutreten!

Wir zeichnen die digitale Veranstaltung nicht auf, halten aber die Diskussionsergebnisse fest und stellen sie im Anschluss auf dieser Webseite zur Verfügung.

Geschichte

Gertraudenbrücke um 1880, noch als Hubbrücke

Nicht nur der Fotostandort der beiden historischen Aufnahmen ist unterschiedlich, sondern auch die Brücken sind es. Oben links ist die Brücke zu sehen, die um 1878/1879 durch den Anbau je drei Meter breiter eiserner Fußstege und einer Klappenverstärkung dem zunehmenden Kutsch- und Pferdebahnverkehr (1890 wird ein Stundendurchsatz von 70 Wagen der Pferdebahnlinien angegeben) mehr Platz verschaffen soll. Zur gleichen Zeit wird der benachbarte Mühlendamm verbreitert und der Spreekanal für den Schiffsverkehr ausgebaut. [Quelle: Wikipedia]

Gertraudenbrücke um 1900 annähernd in heutiger Form mit Gertraudenfigur auf dem mittleren, nordöstlichen Brückengeländepfeiler

1894/95 wird die im Wesentlichen heute noch erhaltene massive Gewölbebrücke errichtet. Die Skulptur der heiligen Gertraude wird 1896 aufgestellt.

Die Skulptur behält ihren Platz bis sie gegen Ende des zweiten Weltkriegs eingeschmolzen werden soll. Diesem Schicksal entgeht die Figur und übersteht das Kriegsende in einem Schutzbauwerk vor dem Stadthaus. 1954 wird sie – ebenfalls von Bürgern der Stadt – an ihren Standort auf der Brücke zurückgebracht.

Auch die Getraudenbrücke liegt im Korridor der Hauptstraßenverbindung, die in der Hauptstadt der DDR durch das Stadtzentrum geschlagen wird. Ihr Glück ist, dass sie – bedingt durch die auskragende Form des Spittelmarktes – nicht im Zentrum, sondern am Rand der Trasse liegt. Anders als am Mühlendamm wird die für erforderlich gehaltene Neubaubrücke daher nicht anstelle der alten Brücke, sondern südlich davon als separates Bauwerk errichtet.

Ohne Zweifel hat die Gertraudenfigur und die nach ihr benannte Brücke einen besonderen Platz im Herzen der Berlinerinnen und Berliner. Wir haben von vielen Menschen gehört, dass sie immer erst zur Gertraude gingen, bevor sie eine Reise antraten.

Die über 3 Meter hohe Skulptur wird im Frühjahr 2017 von ihrem Standort entfernt. Nachdem zunächst Unklarheit darüber besteht, was geschehen ist, stellt sich später heraus, dass die Figurengruppe im Depot gelagert ist und restauriert werden soll. Derzeit befindet sie sich beim Restaurator, allerdings steht eine Wiederaufstellung am historischen Standort in Frage, vor allem wegen der noch zu erwartenden, umfangreichen Brückenarbeiten.

Gegenwart

Pandemie-Panorama der alten Gertraudenbrücke im Dezember 2020, Blickrichtung Nordwesten. rechts und links am Bildrand angeschnitten ist die neue Gertraudenbrücke

Alte und Neue Brücke existieren nebeneinander und weisen einen völlig unterschiedlichen Charakter auf: Während die zweiteilige Spannbetonbrücke hauptsächlich dem Kraftfahrzeugverkehr dient, wirkt die allenfalls von Lieferfahrzeugen befahrene, sonst nur zu Fuß und mit dem Rad benutzte, platzartige Fläche der Gertraudenbrücke wie ein Relikt einer vergangenen Zeit. Wäre da nicht der immense Straßenverkehrslärm, der von der unmittelbar neben der alten Brücke und zudem leicht erhöht dazu geführten „neuen“ Brücke den ganzen Stadtbereich erfüllt.

Zukunft

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erklärt auf ihrer Internetseite auch die neue Gertraudenbrücke für erneuerungsbedürftig. Vorüberlegungen zum Verfahren sind dort allerdings noch nicht zu finden.
Informationen zur Gertraudenbrücken auf den SenUVK-Seiten [Link öffnet in neuem Fenster]

Aus den Erfahrungen mit der Planung der Mühlendammbrücke treten wir als zivilgesellschaftliche Initiativen dafür ein, die notwendige Planung der Brücke besser vorzubereiten und mit Fachleuten, Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam zu gestalten.

Fangen wir jetzt (!) damit an!

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